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Floorball Verband Hessen e. V.
c/o MTV 1846 Gießen
Heegstrauchweg 3 • 35394 Gießen
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E-Mail: info@floorball-hessen.de
Vom 12. bis 14. Juni 2026 fand in Leipzig die II. U15-Trophy der Junioren in der Geschichte von Floorball Deutschland statt. Nachdem die Westauswahl bei der Premiere im Vorjahr den 4. Platz belegt hatte, gelang in diesem Jahr der Sprung ins Finale. Dort musste sich das Team dem neuen Titelträger Sachsen-Anhalt erst nach einem spannenden Spiel knapp geschlagen geben und sicherte sich damit einen hervorragenden 2. Platz.
Einige Wochen nach dem Turnier haben wir mit dem hessischen Trainer der Westauswahl, Aaron Sandrock, über die U15-Trophy 2026, die Entwicklung der Mannschaft und seine Eindrücke vom Turnier gesprochen.
FVH: Hallo Aaron. Im vergangenen Jahr, als die U15-Trophy erstmals ausgetragen wurde, hattest du deine Arbeit mit dem Team erst etwa ein halbes Jahr vor dem Turnier aufgenommen. Dennoch erreichte die Auswahl West bereits einen respektablen 4. Platz. In diesem Jahr folgte nun der Sprung auf Rang 2. Kann man daraus schließen, dass die gezielte und längere Vorbereitung ihre Früchte getragen hat?
-Auf jeden Fall. Das hat man nicht nur am Ergebnis gesehen, sondern vor allem an unserer Spielweise. Wir hatten sowohl gegen den Ball als auch mit dem Ball ein Konzept, das man über weite Strecken gut erkennen konnte. Das war sicherlich auch einer der Gründe für unseren Erfolg: Jeder Spieler wusste, wie wir spielen wollen, und hat sich dementsprechend in den Dienst der Mannschaft gestellt.
FVH: Wie beurteilst du den Kader der Auswahl West in diesem Jahr im Vergleich zum Debüt im vergangenen Jahr? Gab es viele neue Talente im Team? Und wie haben sich die Spielerinnen und Spieler entwickelt, die bereits im vergangenen Jahr Teil der Auswahl waren?
-Unsere Kaderstruktur war diesmal auf jeden Fall etwas anders als im letzten Jahr. Wir hatten keine absoluten Ausnahmespieler im Kader wie beispielsweise Sachsen-Anhalt. Wir waren die einzige Landesauswahl, die keinen Spieler im Kader hatte, der zum Kreis der U17-Nationalmannschaft gehört. Da waren andere Mannschaften in der Spitze eher besser aufgestellt.
Dafür hatten wir einen sehr homogenen Kader. Die 2011er, die letztes Jahr schon mitgespielt hatten, haben eine tolle Entwicklung genommen und in diesem Jahr alle eine wichtige Rolle gespielt. Hinzu kamen sieben Spieler aus den Jahrgängen 2012 oder sogar 2013, die bereits in diesem Jahr viel Verantwortung getragen haben.
Daher blicken wir sehr positiv auf die kommende Saison, zumal einige weitere Spieler aus dem jüngeren Jahrgang in diesem Jahr schon extrem nah dran waren und zum Teil nur aufgrund von Verletzungen nicht mitkommen konnten.
FVH: Kommen wir zum Turnierverlauf: wie schätzt du das Niveau der einzelnen Landesauswahlen bei der diesjährigen Trophy ein? Hat sich das Leistungsniveau im Vergleich zum Vorjahr verändert?
-Das Niveau ist schwierig zu vergleichen. Trotzdem würde ich sagen, dass es letztes Jahr etwas stärker war. Damals war die Südauswahl die stärkste Mannschaft mit vielen herausragenden Spielern, die jetzt den Stamm der U17-Nationalmannschaft stellen. In diesem Jahr war der Süden deutlich schwächer.
Sachsen-Anhalt hat vor allem von extrem starken Einzelspielern profitiert. Der Norden hat sich deutlich unter Wert verkauft und hätte gut auch eine Medaille verdient gehabt. Berlin-Brandenburg hat es aufgrund einer geringen Spielerzahl im Landesverband deutlich schwerer als andere und dementsprechend eine in der Breite schwächere Mannschaft, hatte dafür aber zwei Spieler im Allstar-Team. Der Gastgeber Sachsen hat sich im Vergleich zur letzten Saison deutlich verbessert und verdient eine Medaille gewonnen.
FVH: Wie hat die Auswahl West die einzelnen Spiele erlebt und welche Momente sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
-Im ersten Spiel gegen den Norden haben wir ein herausragendes erstes Drittel gespielt. Dort haben wir alles gezeigt, was wir die Saison über trainiert haben: gutes Anlaufen gegen den Ball, geduldiges und kreatives Aufbauspiel sowie ein gutes Spiel in der Offensivzone. Danach haben wir gut verteidigt und clever gekontert.
Im Gruppenspiel gegen Sachsen-Anhalt waren wir anfangs zugegebenermaßen etwas überfordert, haben aber immer besser ins Spiel gefunden und waren am Ende mindestens ebenbürtig. Das Halbfinale gegen Sachsen sind wir dann sehr konzentriert angegangen und haben super diszipliniert verteidigt. Tore haben wir dort nicht gerade herausgespielt, sondern eher in einzelnen Momenten zugestochen.
Im Finale gegen Sachsen-Anhalt war es absolut ein Spiel auf Augenhöhe, in dem wir zweimal durch schön herausgespielte Tore in Führung gegangen sind und leider jeweils durch individuelle Fehler den Ausgleich kassiert haben. Wichtig zu betonen ist, dass solche Fehler bei jungen Spielern und bei unserer mutigen Spielweise passieren und wir im Team damit super umgegangen sind. Der Siegtreffer für Sachsen-Anhalt war dann wieder einmal eine starke Einzelleistung.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir vor allem die vielen Angriffe von uns, bei denen wir uns den Gegner zurechtgelegt haben und so zu Torchancen gekommen sind. Das war ein Schwerpunkt unserer Arbeit in der Saison: dass wir mit Ball mutig sind und immer versuchen, den Gegner zu dominieren. Dadurch sind viele tolle Chancen entstanden, die für den Gegner schwer zu verteidigen waren – unter anderem eben die beiden Finaltore.
FVH: Neben den sportlichen Leistungen spielt auch das Miteinander eine wichtige Rolle. Wie würdest du das Teamklima beschreiben? Was konntet ihr neben den Spielen gemeinsam unternehmen und wie hast du die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft wahrgenommen?
-Das Teamklima war wieder sehr schön, und von den Spielern kamen schon viele positive Rückmeldungen, dass sie sich sehr wohlgefühlt haben. Die Mannschaft dieses Jahr war jünger und vielleicht auch etwas schüchterner als die aus der vergangenen Saison. Trotzdem haben sie viel gemeinsam unternommen, wie zum Beispiel Tischtennis spielen in der Jugendherberge, Fußball/Basketball auf dem Dach der modernen Sporthalle oder WM schauen.
Das Kapitänsteam hat auch viel Verantwortung übernommen und uns Trainer bei diesen Dingen unterstützt. So konnte man dann auch bei vielen Spielern einen Anstieg des Selbstbewusstseins über die Saison hinweg wahrnehmen.
Schön zu sehen ist auch die Verbundenheit über die Vereinsgrenzen hinaus, zum Beispiel bei den hessischen „Stadtrivalen“ aus Butzbach von Floorball Griedel und Tollwut Ebersgöns, die sich super verstanden haben ;-)
FVH: Nach der Trophy ist vor der Trophy: wie geht es für die Auswahl West nun weiter? Welche Schwerpunkte möchtet ihr bei der Bildung und Entwicklung des neuen Teams für die kommende U15-Trophy setzen?
Die kommende Kampagne wird zeitlich etwas kürzer, da die Trophy bereits im März 2027 stattfinden wird. Trotzdem wollen wir wieder viele Termine für gemeinsame Trainings finden. Inhaltlich wollen wir ähnliche Schwerpunkte setzen und wieder ein mutiges, selbstbewusstes Team aufstellen und dabei noch etwas variabler werden.
Da wir aus unserem erweiterten Kader der vergangenen Saison schon fast ein komplettes Team aufstellen können und dazu dann noch weitere talentierte Spieler kommen, bin ich sehr zuversichtlich, dass das klappen wird. Wir werden hoffentlich auch mal ein mehrtägiges Trainingslager auf die Beine stellen, damit wir dadurch noch besser als Team zusammenwachsen können.
Zum Abschluss möchten wir uns herzlich bei den beiden Trainern der Auswahl West, Aaron Sandrock und Arndt Rüger, für ihren großen Einsatz und ihr Engagement bedanken. Die Entwicklung des Teams, die sportlichen Fortschritte und der starke Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sind auch das Ergebnis ihrer kontinuierlichen Arbeit, ihrer Leidenschaft und ihres persönlichen Einsatzes.
Wir freuen uns bereits auf die nächste U15-Trophy und sind gespannt, welchen Weg dieses Team weitergehen wird.

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